VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#31 Beitrag von teilzeitstromer » 18.12.2017, 15:23

Wobei du hier alles auf CO2 reduzierst.
Der Vergleich eines normalen PKW mit dem NV-200 (für mich eher ein Van bis Kleinbus) ist meiner Meinung nach auch etwas mit verschiedenen Obstarten.

Rechne mal Benzin und Diesel in kWh um.
Da ist ein Elektromotor einfach effizienter.
Und von Abschalteinrichtungen oder Thermofenstern im Abgasstrang eines Kraftwerks habe ich noch nichts gehört.
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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#32 Beitrag von Tim » 18.12.2017, 22:03

teilzeitstromer hat geschrieben: Rechne mal Benzin und Diesel in kWh um.
Da ist ein Elektromotor einfach effizienter.
Der Motor ist natürlich effizienter. Nur ist der Motor nicht alles. E-Mobilität ist heute in Nischen sinnvoll, siehe Paketzusteller o.ä. weil lokal an besonders belasteten Orten (Städte) Emmisionen verhindert werden und das Einsatzprofil der Fahrzeuge es ermöglicht.
So richtig rund wird es aber erst, wenn man diese Fahrzeuge aus erneuerbaren Energiene "betanken" kann. Und daran krankt es einfach. Ob nun Gas im Verbrennungsmotor direkt in Vortrieb umgesetzt oder im Gaskraftwerk verheizt und dann der Strom ins E-Auto kommt, ist am Ende eben eine Frage aller Wirkungsgrade. Oder anders formuliert: Muss mehr Gasim Kraftwerk oder Verbrennungsmotor eingesetzt werden.
In anderen Ländern mag das wieder anders aussehen, wenn z.B. Wasserkraft in Grund - aber auch als Mittellastkraftwerken eingesetzt werden können und für Spitzenlasten vielleicht noch Pumpspeicher hinzukommen. Hierzulande ist es aber schwieriger umzusetzen. Und damit werden wir von fossilen Energieträgern nicht wegkommen oder müssen große Energiespeicher aufbauen. Akkus als Energiespeicher sind in der Dimension unrealistisch. Gegen Pumpspeicher gehen die Leute auf die Straße. Bleiben nur thermische Speicher (noch nicht ausgereift, zum Teil aber in der Erprbung) oder eben synthetische "Kraftstoff", die idealer Weise auch noch in Brennstoffzellen genutzt werden könnten.

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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#33 Beitrag von Kamui77 » 18.12.2017, 22:40

@teilzeitstromer

Es geht beim Thema Elektromobilität ja hauptsächlich um das Thema CO2. Hinzu würden beim Elektroauto noch Schadstoffe wie Feinstaub, Stickoxide, Schwefeldioxid, Quecksilber, Arsen und weitere Schwermetalle kommen. -> EU schränkt Luftverschmutzung durch Kraftwerke ein (Jetzt überlegt mal ob Kraftwerksbetrieber in China jemals solche Auflagen tatsächlich einhalten müssten. Wer's glaubt wird seelig).

Nehmen wir mal das "Wunderauto" von Opel als Vergleich zum Prius:
21,97 kWh x 527g CO2/kwh zzgl. 5,6% Netzverluste zzgl. 10-30% Ladeverluste = 146,7g CO2 beim Amepra-e

Dass der Elektromotor effizienter ist, wir garnicht bezweifelt. Aber es sind eben auch Stromerzeugung, Stromwege und Akkus die nicht effizient sind und am Ende sogar schlechtere Ergebnisse als beim Vollhybriden herauskommen. Von Abschalteinrichtungen und Thermofenstern habe ich beim Abgasstrang eines Toyota, Honda oder Nissan Hybriden noch nichts gehört.

Und eines muss man auch festhalten, die 527g CO2 pro kWh sind eher optimistisch kalkuliert, denn geladen werden Elektroautos in der Regel Nachts und da fließt dann kein Solarstrom durch die Leitungen, sondern die Grundlast wird durch Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen oder Kernkraftwerken abgedeckt. Da sich Strom auch nicht im großen Stile speichern lässt (außer günstig als Wasserstoff oder extrem teuer und mit rieisegem Aufwand über Großakkus wie Powerwall) wird sich daran auch in Zukunft nichts ändern. Wie man ohne Kernkraft und fossile Kraftwerke in den Abend und Nachtstunden genügend Energie erzeugen will um tausende oder Millionen Elektroautos zu laden ist ein Ding der Unmöglichkeit.
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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#34 Beitrag von Tim » 18.12.2017, 23:57

Kamui77 hat geschrieben:Wie man ohne Kernkraft und fossile Kraftwerke in den Abend und Nachtstunden genügend Energie erzeugen will um tausende oder Millionen Elektroautos zu laden ist ein Ding der Unmöglichkeit.
Unmöglich ist das nicht. Man braucht aber halt riesige Speicher. Nur welche kommen da in Frage?!
Pumpspeicher sorgen für Proteste (siehe Schwarzwald). Solarkraftwerke, die auch nachts Strom liefern (Energie wird thermisch gespeichert) haben sich bisher als Flop herausgestellt. Die Betonkugel im Bodensee (wäre vorstellbar für Offshore-WindParks) werden sicher auch einge Fische durchmöllern. Dürfte dann sowohl von Umweltverbänden als auch der Fischfang-Lobby Gegenwind geben.

Nehmen wir mal an, wir speichern Strom in großen Akkus zwischen und entladen diese dann in den Abendstunden, wenn die Leute ihre Autos anschließen. Dann haben wir in Summe höhere Verluste im Netz und gleich doppelte Ladeverluste. Und plötzlich ist der alte uneffiziente Verbrennungsmotor oder die Brennstoffzelle gar nicht mehr so schlecht.
Und dann altern diese Akku-Speicher blöderweise auch noch und verlieren an Kapazität. Und deswegen glaube ich auch nicht daran, dass ein Grid aus Millionen von BEVs sich durchsetzen wird.

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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#35 Beitrag von Francek » 19.12.2017, 10:06

Kamui77 hat geschrieben:denn geladen werden Elektroautos in der Regel Nachts und da fließt dann kein Solarstrom durch die Leitungen, sondern die Grundlast wird durch Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen oder Kernkraftwerken abgedeckt.
Nun ist Solarstrom aber bei weitem nicht der bedeutendste regenerative Energieträger, sondern liegt beim regenerativ erzeugten Strom deutlich hinter Windstrom (ca. 2,1-facher Anteil ggb. Solarstrom) und Strom aus biogenen Brennstoffen und Gasen (ca. 1,3-faches Volumen des Solarstroms) und nur knapp vor Wasserkraft (ca. 0,6-facher Anteil ggb. Solarstrom). Und alle diese Quellen sprudeln auch nachts uneingeschränkt. Der Solarstrom macht gerade einmal ein Fünftel des regenerativen Stroms aus. Zudem gibt es keinen Grund, warum E-Autos auch zukünftig i.d.R. nachts geladen werden sollten - schließlich stehen Autos auch den größten Teil des Tages nur in der Gegend rum. Und ein Firmenparklplatz ist eher leichter zu elektifizieren als das Wohnumfeld.

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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#36 Beitrag von Kamui77 » 19.12.2017, 13:27

@Tim

Bei der Energiespeicherung ist es eine Kostenfrage. Die kostengünstigste und naheliegenste Speichermöglichkeit wären Wasserstofftanks welche große Mengen lokal speichern und per Brennstoffzelle wieder verstromen können. Diese Technik ist auch deswegen naheliegend, da viele deutsche Firmen auf diesem Gebiet federführend sind z.B. Linde Gas.

Hier gibt es aber starken propagandistischen Einfluss der Akku-Industrie, sowie unverbesserlicher Tesla-Fans die mit allen Mitteln gegen Wasserstoff trommeln und lieber ihre vielfach teureren Akkus sehen wollen :irre:
Hydrogen Storage System Cost Analysis 2016 9,65 USD pro kWh bei 10.000 700bar H2 Tanks pro Jahr
Tesla Powerwall 2016 3.000 USD für 7kWh Modell mit 6,4 kWh Kapazität = 468,75 USD pro kWh. Der Tesla Powerpack kostet 445 USD pro kWh.

Ich glaube auch kaum, dass ein Pumpspeicherkraftwerk an die Kostenrechnung des Wasserstofftanks heranreicht, vom enormen Platbedarf mal ganz abgesehen. H2-Hochspeichertanks dürften bei gleicher Speicherkapazität weniger Platz benötigen.

Bezüglich des "Smartgrids" hatte ich ja schonmal daruf hingewiesen, dass bei jeder Akkuladung ein Verlust von 10-30% auftritt, und bei der Netzübertragung ein Netzverlust von 5.6%. Insofern bin ich mit Dir einer Meinung.
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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#37 Beitrag von Kamui77 » 19.12.2017, 13:41

@Francek

Strom aus Biogenen Gasen müssen aber auch irgendwo verbrannt werden und erzeugen CO2, oder irre ich mich da jetzt? Wasserkraftwerke haben wir in Deutschland nur sehr wenige (Österreich und Skandinavien sind da in einer anderen Liga) und bei den Windkraftanlagen hat man zwei Probleme: 1.) Sind diese auf genügend Wind angewiesen und 2.) werden diese stark subventioniert, so dass ein Winrad nach 20 Jahren Laufzeit und auslaufen der Subventionen abgerissen wird. -> Die brutale Kostenwahrheit über die Windkraft-Branche

Ich habe auch keinen Grund zu glauben, dass deutsche Arbeitgeber aus irgendeinem Grund Tausende oder Millionen von Euros in die elektrisierung ihrer Parkplätze stecken sollten, in der ungewissen Hoffnung einem Arbeitnehmer damit Zugang zum Ladestrom zu verschaffen. Unternehmen wollen Geld verdienen und haben bereits heute nichts für die meisten Ihrer Arbeitnehmer übrig, was die hohe Anzahl der Leiharbeiter zeigt. Ebensowenig wie die Unernehmen haben auch öffentliche Kommunen nicht das Geld auf gut Glück alle Straßen aufreißen zu lassen und Leitungen zu verlegen. Mit weniger Geld kann man eine oder zwei Wasserstofftankstellen fördern an denen dann täglich mehrere dutzen Brennstoffzellenfahrzeuge tanken können.
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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#38 Beitrag von Tim » 19.12.2017, 14:00

Francek hat geschrieben:Zudem gibt es keinen Grund, warum E-Autos auch zukünftig i.d.R. nachts geladen werden sollten - schließlich stehen Autos auch den größten Teil des Tages nur in der Gegend rum. Und ein Firmenparklplatz ist eher leichter zu elektifizieren als das Wohnumfeld.
Na da bin ich mal gespannt. Man bekommt es ja schon seit Jahren nicht hin Glasfaser zu den Industriegebieten zu verlegen. Und dann sollen plötzlich ausreichend dimensionierte Stromanschlüsse kein Problem sein?! Ich lach mich schlapp!
Das Prinzip von 1-2 Ladesäulen kann man nicht auf eine flächendeckende Versorgung übertragen. Nur braucht es eben genau die, wenn wir auch flächendeckend BEVs nutzen wollen. Wie "toll" das funktioniert, wenn die BEV-Welle ins rollen kommt, sieht man in Norwegen.

Und worauf Kamui anspielt, ist die ökologische Sinnhaftigkeit. Kernkraftwerke können wir Nachts nicht eben mal runterfahren. Genausowenig geht das mit Kohlekraftwerken, die länger brauchen, um wieder anzufahren. Der Vorrang von erneuerbaren Energiene und die fehlende Möglichkeit der hier Verfügbaren, ist ein Problem. BEVs sorgen für zusätzliche Lastspitzen und verstärken das Problem nur noch. Wir schaffen es nicht gleichzeitig aus Atomenergie auszusteigen, Kohlekraftwerke abzustellen und den Verkehr zu elektrifizieren. Jedes für sich betrachtet ist gut umsetzbar. 2 Davon sind gleichzeitig schon sehr schwierig. Alles 3 zusammen ist nicht realistisch. Aber warten wir mal ab. Bos 2020 ist ja noch ein bisschen Zeit. Vielleicht haben wir bis dahin ja 1 Mio E-Autos (natürlich ohne die Alibi-PlugIn-Hybriden zur Schönung der Flottenverbräuche).
Kamui77 hat geschrieben: Ich glaube auch kaum, dass ein Pumpspeicherkraftwerk an die Kostenrechnung des Wasserstofftanks heranreicht, vom enormen Platbedarf mal ganz abgesehen. H2-Hochspeichertanks dürften bei gleicher Speicherkapazität weniger Platz benötigen.
Der Vorteil eines Pumpspeichers ist der Gesamtwirkungsgrad: 80%
Da kommt Wasserstoff nicht dran, weswegen er zur lokalen Energiepufferung eigentlich nicht geeignet ist. Bei der Elektrolyse sind es zwar auch 80%, aber dann kommt noch die Verdichtung und die Nutzung in der Brennstoffzelle hinzu. Vorteil von Wasserstoff ist, dass er wie auch Benzin nicht ortsgebunden ist sondern transportiert werden kann.
Pumpspeicher lassen sich aber z.B. auch im Sockel von Windrädern realisieren, wenn auch nur im kleinen Maß. Das wäre dann aber eine Möglichkeit Windkraft regelbar zu machen.

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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#39 Beitrag von Olav_888 » 19.12.2017, 14:23

Tim hat geschrieben:Na da bin ich mal gespannt. Man bekommt es ja schon seit Jahren nicht hin Glasfaser zu den Industriegebieten zu verlegen. Und dann sollen plötzlich ausreichend dimensionierte Stromanschlüsse kein Problem sein?! Ich lach mich schlapp!
Naja, die meisten Industriegebiete verfügen über Hochvoltanschlüsse, nur sehe ich es so, dass die meisten Arbeitgeber dafür wohl keine Geld ausgeben werden. da reden wir auch über ein paar Millionen
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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#40 Beitrag von Francek » 19.12.2017, 16:13

Kamui77 hat geschrieben:@Francek
Strom aus Biogenen Gasen müssen aber auch irgendwo verbrannt werden und erzeugen CO2, oder irre ich mich da jetzt?
Jein. Lokal betrachtet entsteht bei der Verbrennung natürlich CO2, allerdings aus erst kürzlich enstandener Biomasse, die selbiges zuvor gebunden hatte. Insofern ist der Prozess im gleichen Sinne CO2-neutral wie Holzverfeuerung, wobei er dem Ideal näher kommt, da die biogene Bindungsdauer des CO2 bei Prozessen der Vergasung von Silage, Frischpflanzen oder Gülle/Mist weniger deutlich reduziert wird als bei der Holzverbrennung. Außerdem sind unverbrannte Faulgase aus Biomasse eher klimawirksamer als ihre Verbrennungsprodukte.
Kamui77 hat geschrieben:Wasserkraftwerke haben wir in Deutschland nur sehr wenige (Österreich und Skandinavien sind da in einer anderen Liga)
Meine Zahlen bezogen sich auf Deutschland und stammen von Mitte dieses Jahres. Wir haben in der Tat weit weniger Wasserkraft als Skandinavien, aber das Bisschen reicht dennoch für knapp 13% des regenerativen Strommarkts in Deutschland und erreicht damit fast die Größenordnung des Solarstroms, welcher auch nur für 20% steht.

P.S. Und was die beanstandete hohe Förderung für Windenergie angeht, sollte man nicht übersehen, dass diese erstens in Anbetracht der hohen Gewinne der Branche wohl nicht mehr nötig und eher Ergebnis guten Lobbyings sind und dass zweitens die Atomkraft in ihren ersten 30 Jahren signifikant höhere Förderungen (Berechnungen des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft spechen von durchschnittlich 101,6ct/kWh für die Jahre 1950-69 und von 13,3ct/kWh für die Jahre 1970-79) erhalten hat und immer noch signifokante Förderung erhält (das FÖS errechnet derzeit 4,3ct/kWh). Selbst wenn man den vom FÖS errechneten Kosten nicht vollkommen folgen mag sieht die Wahrheit über die Kosten der Atomkraft wohl immer noch um Größenordnungen brutaler aus als die "brutale Kostenwahrheit" der Windenergie.

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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#41 Beitrag von Tim » 19.12.2017, 17:11

Olav_888 hat geschrieben:Naja, die meisten Industriegebiete verfügen über Hochvoltanschlüsse, nur sehe ich es so, dass die meisten Arbeitgeber dafür wohl keine Geld ausgeben werden. da reden wir auch über ein paar Millionen
1-2 Säulen schon, für's Image. Alles weitere würde ja Geld kosten...

Aber überleg trotzdem mal kurz von welcher Größenordnung wir reden. Wenn ich es richtig weiß, bist du öfters in der Gegen Heilbronn/Neckarsulm unterwegs. Dann schau dir mal spaßenshalber den Parkplatz der Bechtle an. Auch wenn die Bechtle in Summe mittlerweile nicht mehr zum klassischen Mittelstand gehört, sitzt nur ein Bruchteil der Mitarbeiter in der Zentrale. Trotzdem sind das nicht wenige Autos. Auf der anderen Straßenseite sitzen weitere Firmen. Von Audi und Kolbenschmidt wollen wir noch gar nicht reden. In den Gewerbegebieten konzentrieren sich die Fahrzeuge tagsüber schlimmer als in den Wohngebieten. Der Strombedarf für die Autos würde dann auch noch mit dem Bedarf der Unternehmen konkurieren. Da wäre es verträglicher Anschlüsse in den Wohngebieten zu realisieren und die Stellplatznutzer zum nächtlichen Laden (0-5 Uhr) zu animieren. In der Konsequenz bedeutet das aber (genau wie bei Firmenparkplätzen), dass für fast jedes Auto ein eigener Ladeanschluss benötigt wird. Und dann sind wir wieder bei den Problemen, die wir aus Norwegen kennen.

@Francek: Die Daten zum Strommix sind aber durch die Abnahmeverpflichtung verfälscht. Wenn Wind weht und die Sonne scheint, passiert es dass konventionelle Kraftwerke entkoppelt werden. Sie heizen dann einfach nur die Umwelt, weil sie nicht so schnell herunter- und dann wieder hochgeregelt werden können. Wenn keine Speicher realisiert werden, müssen sie aber zwingend vorgehalten werden, wenn wir mal windarme trübe Tage haben. Es wird also zwangsläufig immer mehr maximale Leistung installiert.

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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#42 Beitrag von Kamui77 » 19.12.2017, 18:50

Ich habe jetzt mal wegen Pumpspeicherkraftwerken gegoogelt und dabei diese Seite entdeckt. -> http://www.hubspeicher.de/kostenbeispiele.htm
Hier wird von spez. Investitionskosten des Inhalts zwischen 71 und 1429 EUR/kWh ausgegangen.
Beim 700bar H2 Drucktank liegen wir zwischen 3,48 und 9,65 USD/kWh.
Zudem kann ich mir einen Drucktank in den Hinterhof stellen, was beim Pumpspeicherkraftwerk aus naheliegenden Gründen nicht möglich ist. -> Mike Strizki

Zu den BEVs und Laden am Parkplatz ist generell zu sagen, dass es mit einem einfachen 230V Schuko-Anschluss nicht getan ist (habe ich ja schon oben zitiert). Was mindestens gebraucht werden würde ist ein Typ 2 Mennekes-Stecker Anschluß mit mindestens 3,7kW pro Wagen, damit diese innerhalb von 8 Stunden aufgeladen werden können. Dabei sollte der Arbeitgeber aufpassen, dass er seine Parkplätze nicht mit mehr als 21kW Ladeleistung ausstattet, denn ab 22kW kommt die Ladesäulenordnung und verdonnert ihn dazu eine schweineteure CCS Ladestation hinzuzufügen.

Und jetzt rechnet mal kurz: Ein Arbeitgeber hat 50 Parkplätze, davon versieht er 30 mit Typ2 Ladeanschlüssen. Dass bedeutet, dass er neben seinen üblichen Stromkosten pro Werktag nochmal 888kWh zzgl. 5,6% Netzverluste zzgl. 10-30% Ladeverluste = 1.125 kWh Stromkosten hat. (Für normale Haushalte betrug der Durchschnittsstrompreis 2017 29,16 Cent je kWh = 328 EUR pro Tag).
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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#43 Beitrag von teilzeitstromer » 19.12.2017, 21:14

Kamui77 hat geschrieben:Und jetzt rechnet mal kurz: Ein Arbeitgeber hat 50 Parkplätze, davon versieht er 30 mit Typ2 Ladeanschlüssen. Dass bedeutet, dass er neben seinen üblichen Stromkosten pro Werktag nochmal 888kWh zzgl. 5,6% Netzverluste zzgl. 10-30% Ladeverluste = 1.125 kWh Stromkosten hat. (Für normale Haushalte betrug der Durchschnittsstrompreis 2017 29,16 Cent je kWh = 328 EUR pro Tag).
Die Netzverluste im Übertragungsnetz sind dem Arbeitgeber herzlich egal! Die sind in seinem Arbeitspreis schon drin.
Die Netzverluste nach dem Zähler sind eher zum Vorteil für den Arbeitgeber, das geht dann zu lasten der Ladeleistung.
Auch die Ladeverluste sind dem Arbeitgeber herzlich egal! Ob der Arbeitnehmer von den max. 3,7kW schlussendlich nun 90 oder 70% im Akku verfügbar hat . . .

Es hält sich auch hartnäckig das Gerücht, dass man die Kosten für "Industriestrom" nicht 1:1 mit denen für den "Haushaltsstrom" vergleichen kann . . .
Selbst für mittelständische Unternehmen sind die Stromkosten somit eher unterdurchschnittlich.
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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#44 Beitrag von Kamui77 » 19.12.2017, 21:25

@teilzeitstromer

Die Netzverluste sind nicht egal, denn das was im Netz verloren geht kommt am Ende weniger raus und muss dafür länger geladen werden. Deswegen auch die Rechnung an Stelle von 888 kWh dann 1125 kWh. Und freilich kann sich der Arbeitgeber dann zu Industriestromkonditionen einkaufen, dann dürfte das Laden am Arbeitsplatz aber auch als geldwerter Vorteil gelten und entsprechende Steuern anfallen. Voraussetzung all dessen ist aber, dass er mehrere zigtausend Euro für die Verkabelung seines Parkplatzes ausgibt.
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Re: VW für Abschaffung der niedrigeren Dieselbesteuerung - was denkt ihr?

#45 Beitrag von Tim » 20.12.2017, 10:15

Kamui77 hat geschrieben:Ich habe jetzt mal wegen Pumpspeicherkraftwerken gegoogelt und dabei diese Seite entdeckt. -> http://www.hubspeicher.de/kostenbeispiele.htm
Hier wird von spez. Investitionskosten des Inhalts zwischen 71 und 1429 EUR/kWh ausgegangen.
Beim 700bar H2 Drucktank liegen wir zwischen 3,48 und 9,65 USD/kWh.
Es macht wenig Sinn die Ergebniszahlen zweier vollkommen unabhängig voneinander entstandenen Studien zu vergleichen, ohne die Annahmen gegenüber zu stellen. Beim Pumpspeicher kannst du davon ausgehen, dass immer eine komplette Anlage betrachtet wurde, nicht nur der Speicher selbst. Bei H2-Speichern würde ich eher nur vom Speicher ausgehen. Auch stellt sich die Frage nach der Nutzungsdauer. Bei Pumpspeichern kann allgmein von einer etwas 3 Mal so hohen Nutzungsdauer ausgegangen werden.
Auf die Arbeitskosten und Wirkungsgrade gehst du in keinem Wort ein.

Schau mal in http://www.zfes.uni-stuttgart.de/deutsc ... hland-.pdf ins Kapitel 5. Dort findet ein Vergleich der verschiedenen Lösungen statt.

Auf Seite 75 (im PDF 81) findet sich ein Tabelle, mit einer Gegenüberstellung der Speicher als "Tagesspeicher" und "Saisonale Speicher". Als Tagesspeicher sind Pumpspeicher unschlagbar. Bei Saisonalen Speichern kommt es auf den Standort des Pumpspeichers an. Schlechte Standorte verteuern Pumpspeicher und machen Wasserstoff oder Methan interessant, so dass es hier auf einen Mix herauslaufen wird.

Der große Vorteil von Wasserstoff ist aber, dass er schnell "umgeladen" werden kann, was ihn für den mobilen Einsatz interessant macht.

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