@lauroon:
Hallo,
ich muss iMacAlex beipflichten, dass die Zufriedenheit mit dem Auris ganz sicher auch davon abhängt, welches Auto man vorher gefahren ist.
Gegenüber einigen, von italienischen/französischen und deutschen Herstellern in den 90er Jahren verkauften Autos (Beispiel Lopez-Ära), ist die Qualität des Auris sicherlich noch halbwegs zufriedenstellend und Mängel wie wackelnde Sitzlehnen, oder Klapper- und Knistergeräusche werden nicht als solche empfunden oder überhaupt nicht wahrgenommen. Als langjähriger Toyota-Fahrer kann man jedoch sehr genau beobachten, wie in den letzten Jahren die Qualität immer weiter abgerutscht ist und im Auris-Vorfacelift (insbesondere Baujahre <2009), ihren traurigen Tiefpunkt erreicht hat. Nur mit einem unter Renault-Führung gebauten Nissan Almera N16 war ich noch unzufriedener als mit meinem Auris. Früher stand Toyota als Synonym für sorgenfreies Autofahren. Regelmäßige Wartung vorausgesetzt, waren Reparaturen und Qualitätsmängel ein Fremdwort. Schon 2007 war ich geschockt, wie die Qualitätsanmutung beim Auris gegenüber dem Corolla E12 abgenommen hat. Weiche und hochwertig wirkende Oberflächen, mussten ebenso Hartplastik weichen, wie die einst mit Velours überzogenen A-Säulen und Sonnenblenden. Eine stufenlose hydraulische Sitzverstellung, musste einer wackeligen und grobrastigen Ratschenhebellösung mit unfreiwilliger Liegeoption weichen, die Auto-Fensterheber auf der Beifahrerseite und hinten wurden gestrichen, etc.
Leider musste ich, wie viele andere hier im Forum auch, am eigenen Leib erfahren, dass der Rotstift nicht bei der Materialqualität und Ausstattungsfragen halt gemacht hat. Warum kommt ein Auto auf den Markt, dessen Lenkgetriebe schon nach wenigen tausend Kilometern defekt sind, dessen Bremsen quietschen, dessen Spritzwasseranlage den Namen nicht verdient, dessen Scheibenwischer nicht richtig funktionieren, dessen Sitze wackeln, etc.
Ich denke nicht, dass es sich um eine unverhältnismäßige Pauschalisierung handelt, da diese Mängel hier im Forum ja durchaus weit verbreitet sind. Jedoch ist es auch so dass Menschen unterschiedlich sensibel sind und daher die eine Person Mängel beanstandet, die einer anderen Person (am selben Auto) gar nicht auffallen würden.
Ich selbst bin sicher sehr penibel in Sachen Auto. Jedoch hatte ich zuvor insgesamt drei Yaris, die meine Ansprüche weitgehend befriedigt haben.
Warum laufen Toyota denn die Kunden in Scharen weg? Modellangebot und Ausstattungsangebot werden immer weiter zusammengestrichen, zeitgemäße Ausstattungsoptionen sind gar nicht oder nur in Zwangspaketen erhältlich und das wichtigste Verkaufsargument, die Qualität, ist nicht mehr gegeben.

Ich bin das Faceliftmodell als 1.4 D-4D und 1.6 Valvematic gefahren. Glücklicherweise hat man sich in Sachen Materialanmutung (Softtouch-Oberflächen, Handbremshebel, Sitzbezüge) wieder etwas dem E12 angenährt, ohne jedoch dessen Niveau zu erreichen. Dies war im Konkurrenzvergleich auch dringend nötig. Die Qualität wirkt insgesamt besser. Ob sie es jedoch wirklich ist, wird die Zukunft zeigen.
Viele Grüße
Christian